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Karriere?















        In Apostelgeschichte 9, 28-31 lesen   Und der Paulusweg bringt ech-      Wenn ich das will, werde ich im
        wir, wie Paulus nach seiner Bekeh-  te Früchte hervor. Hier geht es      Gehen  und  Dienen  viele  Erfah-
        rung nach Jerusalem kommt, dort     uns um das Reich Gottes, mit der     rungen machen, und manche tun
        wirkt,  aber  bald  weitergeschickt   Überzeugung, dass uns dann alles   auch weh, die den Stolz in meinem
        wird. Damit war Paulus wahr-        andere zufallen wird.                Herzen aushungern.
        scheinlich für über zehn Jahre erst
        einmal weg von der Bildfläche. Er   Natürlich brauchen wir Christen,     Wir wollen Reben am Weinstock
        ist nicht sofort und so einfach von   die sich mit aller Kraft einsetzen,   sein, die erfahren, dass sie auch be-
        minus 100 auf plus 100 in eine      und Leiterpersönlichkeiten und       schnitten werden. Nicht um uns
        „geistliche Karriere“ eingestiegen.   dürfen auch motiviert sein, selbst   klein  zu  halten,  sondern  damit
        Auch er musste durch Lernprozesse   eine solche Persönlichkeit zu wer-   mehr Frucht entsteht.
        gehen und sich Schritt für Schritt   den. Doch wir müssen achtsam
        umgestalten lassen zu einem Eben-   sein, ob uns  nicht vor allem  die
        bild Christi.                       Wertschätzung oder Popularität
        „Die Gemeinde in ganz Judäa, Ga-    reizt, die diese erfahren, und von
        liläa und Samarien erlebte nun eine   der wir in unserer eigenen christ-
        Zeit  der  Ruhe  und  des  Friedens.   lichen Nachfolge etwas ergattern
        Die Christen wurden im Glauben      möchten.
        gefestigt und lebten in Ehrfurcht   Sensibilität für die eigene unerlöste
        vor dem Herrn. Und weil der Hei-    Struktur des Herzens ist wertvoll
        lige Geist ihnen zur Seite stand,   für uns und soll uns immer wieder
        wuchs die Gemeinde ständig wei-     zum  Kreuz  Jesu  führen,  darf  uns
        ter.“ Apostelgeschichte 9,31        aber nicht hindern, dass wir uns für
                                            das Reich Gottes einsetzen.

        Ich liebe es, zwischen dem Saulus-
        weg und dem Paulusweg zu unter-     Mit anderen Worten, der Stolzfak-
        scheiden.                           tor kann nicht vermieden, sollte
        Ich meine mit Saulusweg unsere      aber erkannt werden und soll uns
        Bemühungen, wo wir eigenmäch-       nicht abhalten, uns trotzdem für
        tig handeln, wo es uns nicht nur    das Reich Gottes einzusetzen.
        um die Sache Gottes geht, sondern   Demut muss erst entstehen und
        auch um eigenen Gewinn und An-      Stolz soll im Gehen, sprich Tun,
        sehen. (Aber Gott benutzt auch      ausgehungert  werden!  Und  ich      Glaube ist kein Wellneess-Produkt
        diesen Mist unseres Lebens und      möchte nicht stolz sein, sondern
        macht aus Mist Dünger.)             demütig werden.



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