Page 45 - Gehaltvoll 12.1
P. 45
Christine antwortet
Gestützt von äußeren Um- kamen die Kinder ins Teenageral- dem die Kinder aus dem Haus
ständen ter und so unser Glaube auch. sind und ich wieder zu zweit mit
Vor 20 Jahren waren unsere Kin- Abenteuer, Herausforderung, Be- meinem Mann die Tage verbrin-
der fünf und sieben Jahre alt. Wir rufung, das waren die Themen, ge, ganz viel Gelassenheit und
alle waren gern und regelmäßig die nun dran waren und bewegt Ruhe getankt. Die Ehe ist immer
in Gemeinde unterwegs. Das hat wurden, auch von uns Erwachse- wieder ein Spiegelbild für die Be-
unser Denken über Gott stark ge- nen. Denn die eigenen Freiräume ziehung mit Gott: beide entwi-
prägt und dafür gesorgt, dass wir wuchsen in dieser Zeit wieder. Wo ckeln sich schrittweise. So tanze
drangeblieben sind, wenn auch geht es hin? Was hält Gott noch ich nun mit zwei Liebhabern. Je
nicht immer in meditativer Tiefe. für uns bereit? Das waren Fragen, nach Herzenslust mal mit dem
Dazu haben wir als Eltern mor- die uns innerlich ein bisschen in Mann mit dem Christus innen
gens und abends Kinderandach- Aufbruchstimmung versetzten. drin auf der äußeren Tanzfläche
ten und Geschichten vorgelesen, Und sie riefen uns auch wieder in und mal mit Jesus durch die Hö-
mit ihnen gebetet, im Auto Hör- intensivere, persönliche Gesprä- hen und Tiefen des Alltags - mit
spiele gehört und Daniel Kallauch che und Zeiten mit Gott hinein. beiden jedenfalls mal ganz schwe-
auswendig - wo auch immer - ein- Wie gut war es in dieser Zeit, seine bend und entspannt im Walzer-
fach rausgesungen. leise, liebevolle Stimme wieder öf- takt und dann auch mal zackig á
ter wahrzunehmen, sie von ande- la Salsa oder Cha-Cha-Cha.
Mitten im Familientrubel sind ren Stimmen besser unterscheiden
wir so dran geblieben an Gott zu lernen oder auch mal mutig Ist Jesus heute derselbe für mich
mit äußeren Formen, die ohne konkrete Anweisung vor- wie vor 20 Jahren? Ja, im Wesent-
eigentlich nicht so ganz in anzugehen, im Vertrauen darauf, lichen schon, nur ich habe mich
unser eigenes Lebensalter dass er es uns zutraut, unser Leben durch die Jahre geändert.
passten. Aber es war eben zu gestalten, weil wir ihn kennen.
das, was leicht gelebt werden Der äußere Rahmen in Gemein-
konnte. Und es hat auch in dieser de verlor dann mehr und mehr
körperlich oft anstrengenden Zeit an Bedeutung für die persönli-
für kindliche Leichtigkeit gesorgt. che Entwicklung, nicht aber für
Abends gab es dann natürlich bereichernde, glaubensstärkende
schon das ein oder andere Buch Gemeinschaft. Ohne diesen Rah-
mit den eigenen Themen. Und men ist das Bild nicht komplett,
die Mitarbeit in der Gemeinde er ist unverzichtbar, setzt das Bild
hat auch noch dazu beigetragen, des Jesus-in-Mir erst so richtig in
dass wir unsere geistlichen Gaben Szene. Die intime 1:1- Beziehung
entwickelt haben. Irgendwann zu ,,meinem“ Gott hat nun, nach-
45

